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Arnold Leifert

geb. am 24.11.1940 in Soest (Westf.); verst. am 06.12.2012 in Much, Studium der Germanistik, Philosophie und evangelischen Theologie; bis 1975 verschiedene Tätigkeiten beim WDR Köln; 1970–87 Lehrer am Montessori-Gymnasium Köln, danach an der Bergischen Realschule Overath bis 1996; 1972 Übersiedlung ins Bergische Land.

• 1973/1977/1982 Arbeitsstipendien des Kultusministers von NRW
• 1976 Förderpreis der Stadt Köln (Rolf Dieter Brinkmann Stipendium)
• 1989 Literaturpreis Umwelt des Landes NRW
• 1992 Förderpreis des Lyrischen Oktobers Bayreuth
• 1994 Wolfener Literaturpreis
• 1996 Haidhauser Werkstattpreis des Münchener Literaturbüros
• 1996 Teilnahme poetry international Rotterdam
• 2006 45. Sarajevo Poetry Days, Teilnahme am internationalen Poesie-Festival in   Bosnien-Herzegowina
• 2006 Teilnahme The Maastricht International Poetry Nights

Mitglied des P.E.N. Centrum voor Nederland und des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS).

 

Publikationen (Auswahl)

• Signale im Verteidigungsfall, Gedichte (S. Fischer 1974, Neu: LYRIKEDITION   2000, Hg. H. L. Arnold, München 2004)
• Damit der Stein wächst, Gedichte (Horlemann, 1994, 2. Aufl. 1996)
NATUR? - Sich verbünden mit dem, was noch ist., Essay (Horlemann, 1996)
• wenn wach genug wir sind, Gedichte (Horlemann, 1997)
• Man könnte doch einfach das Pferd satteln, Langgedicht mit Zeichnungen und   einem Holzschnitt von H.D. Gölzenleuchter(Edition Wort und Bild, 2001)
• Bleibt zu hoffen der Schnee, Gedichte, mit Farbholzschnitten von H.D.   Gölzenleuchter (Edition Wort und Bild, 2002)
Brennesselreservate, Lyrik & Akkordeon, CD mit Cathrin Pfeifer (Horlemann,   2003)
• Installation: Lyrikweg Much (2004)

 

Presse

Dieter Fringeli in: Neue Zürcher Zeitung, 18.4.1994

GROSSER BÄR FRISST MILCHSTRASSE
Gedichte von Arnold Leifert

Höre und lese ich den Namen Arnold Leifert zum erstenmal? Ist mir dieser weit überm Poetendurchschnitt schreibende Autor bis anhin entgangen? Wenn ja - wie konnte das geschehen? Denn: der dichtet so kompakt wie wenige Kollegen, so wortbewusst, sparsam und zugleich hellwach aufs Welt- und Lebensganze ausgerichtet und erpicht: ein Autor, der sich ganz in seine Verse einzubringen scheint, furchtlos und einfach, im Gleichschritt mit jedem Vers und jeder Metapher.

Das ist allerbeste Poesie, so unaufwendig, dass man sie auf den ersten Blick beinahe überliest - doch unvermittelt das feste Gefühl hat, man habe Ungewöhnliches vor Augen, Worte nämlich, die offenbar restlos das bezeichnen, was benannt werden soll; Natur und Landschaft, Himmel und Erde aus der Froschperspektive und dennoch greifbar nah; Kraniche wann heißt das Gedicht, dieser verhaltene, ruhige Blick nach oben, nach innen:

sehr hoch über uns
ihre Rufe

unser Dorf
ein Hof

eine Bauerschaft
ein Weiler

genehmigte
Luftaufnahme

wir
vergessen die Daten

einmal im Frühling
einmal im Herbst

Dorf, Hof, Weiler; Frühling, Herbst und Sommer, Winter: der westfälische Bauer Arnold Leifert (1940 in Soest geboren) kennt und lebt seinen häuslichen Umschwung, seine Herkunft und die launischen Jahreszeiten, die so zufällig wie schicksalhaft Glück und Missgeschick bestimmen - alles, was mit lebendiger Landschaft zu tun hat, mit Heimat und Zeit, der ewigen Wendezeit: mit einem roten / Himmel / am Morgen // und einem roten Himmel / am Abend.

Er strapaziert seine Worte in keinem Moment, bläst sie - um des Effekts einer billigen Feierlichkeit willen - niemals auf, "interpretiert" sie nicht, nein, dieser Leifert lässt ihnen ihr Eigenleben, ihren scheinbar einfachen Inhalt; nur dieser ist schön und sinnvoll - er braucht nicht erst "gedeutet" und strapaziert zu werden. Nur das nackte, schon immer gültige Wort lebt.

Arnold Leifert: Damit der Stein wächst. Gedichte. Mit einem Nachwort von Hans Bender. Horlemann-Verlag, Unkel am Rhein 1994. 109 S.

 

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